#DankHelm: Helme für Hasen

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Instrastruktur (BMVI) scheint immer mehr Gefallen an Eigentoren zu finden. Nachdem die Fahrradhelm-Kampagne #DankHelm bereits vielfach durch unterschiedlichste Medien durch den Kakao gezogen wurde, weil sie ausgerechnet auf Weltraum-Finsterling Darth Vader als helmtragende Identifikationsfigur setzte, legt die zuständige Staatssekretärin Dorothee Bär noch ’ne Schüppe drauf: Weil Darth Vader nicht wirklich gezogen hatte, kommt jetzt ein Storm Trooper an die Reihe.

Noch einmal zur Info für alle Nichtkenner: Storm Trooper bilden die breite Masse von Darth Vaders imperialer Armee aus geklonten willigen Lakaien, um die Galaxie zu unterjochen und die tapferen Jedi-Krieger zu vernichten. Großartig – ich sehe meine Leeze damit als legitimen Nachfolger eines T-Fighters an und ordne mich irgendwo zwischen Han Solo und Luke Skywalker ein.

#DankHelm: Hauptpreis für Fahrradblogger

Als wären das nicht schon genug Steilvorlagen, braut sich für die Kampagne das nächste Unwetter zusammen: Mit Kampagnenstart hatte Bär Unterstützer dazu aufgerufen, Selfies vor den Kampagnenplakaten zu machen und unter dem Tag #DankHelm bei Twitter einzustellen. Unter den Einsendern wurden mehrere Klassensätze Fahrradhelme verlost, die dann an die Kindertagesstätte der Wahl weitergegeben werden sollten.

Davon wurde zwar durchaus Gebrauch gemacht, aber eben nicht hauptsächlich von den Unterstützern der Kampagne. Sowohl im Web bei Twitter, als auch auf der Straße wurde die Kampagne von tapferen Jedi-Radlern gekapert. Dennoch zog man aus den eingereichten Selfies mehrere Gewinner: Unter anderem das Bild eines Herren mit Sonnenbrille, Atemschutzmaske und Weihnachtsmannmütze.

Letzterer entpuppte sich jetzt ausgerechnet als Marco Laufenberg, einem sehr umtriebigen kölschen Fahrradaktivisten und -blogger, der für einen der größeren viralen Coups der neueren Fahrradkultur verantwortlich ist.

Laufenberg ist zwar kein entschiedener Gegner von Fahrradhelmen, aber sicherlich kein Freund plakativer Symbolpolitik und Victim Blaming à la #DankHelm. Er hatte versucht, die Kampagne durch Nutzung der Atemschutzmaske auf die Feinstaubproblematik hinzuweisen. Doch damit nicht genug: Als Gewinner konnte er die gewonnenen Helme einer Einrichtung seiner Wahl zukommen lassen und gab die KiTa „Hasenschule“ am Willy-Brandt-Platz 2 in Köln an. Dort findet sich allerdings keine KiTa, sondern das Hauptbüro der Verkehrsplanung der kölschen Straßenverkehrsbehörde. Laufenberg pflegt mit dieser eine ähnlich leidenschaftliche Beziehung, wie ich mit der Straßenverkehrsbehörde Münster. Ob mir Marco vielleicht ein paar Helme für unsere Ludgerikreis-Karnickel abgeben wird?

#DankHelm: Lauter unwesentliche Einzelpöbler

Dorothee Bär indes zeigt sich von derlei Schabernack auf der von ihr initiierten Kampagne not amused und tituliert einen inzwischen ziemlichen Haufen an zürnenden Fahrradaktivisten als unwesentliche Einzepöbler.

Naja, ich für meinen Teil stand als Teenager sowieso eher auf Star Trek – das hatte mehr mit Wissenschaft und philosophischen Diskursen zu tun, und nicht mit der Macht des Saftes oder so. Mr. Spock würde nie einen Fahrradhelm tragen…

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