Köln: Ringe werden freigegeben

Eine große Überraschung kommt aus der nicht gerade als fahrradfreundlich geltenden Stadt Köln: Der Verkehrsausschuß des Stadtrates hat in einem Eilantrag der Verwaltung den Auftrag erteilt, die Radwegebenutzungspflichten der größten Stadt in Nordrhrein-Westfalen zu überprüfen und bis auf die bekannten Ausnahmefälle aufzuheben. Besonders zügiges Handelt fordert der Verkehrsausschuß hierbei an den Kölner Innenstadtringen. Dort gelten an deutlich zu schmalen, schwer einsehbaren Fahrradwegen in Bereichen mit starker Außengastronomie immer noch Benutzungspflichten, obwohl dies eigentlich seit 1998 nicht mehr zulässig ist.

An den Ringen und im weiteren Kölner Stadtgebiet war es in den vergangenen Monaten mehrfach zu schweren und teilweise tödlichen Unfällen zwischen Radfahrern und rechtsabbiegenden LKW gekommen. Fahrradverbände und engagierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt hatten daraufhin die Freigabe der Ring-Fahrbahnen für Fahrradfahrer gefordert.

…erscheint es dringend geboten, aufgrund der jüngst erfolgten Unfälle durch rechtsabbiegende LKWs mit schweren bis tödlichen Verletzungen für Radfahrende, diese nun umgehend auf die Straße zu bringen und sicherlich sinnvolle weitergehende Umplanungen ineinem zweiten Schritt vorzunehmen.
Aus dem Dringlichkeitsantrag AN/1614/2015

 

Wird Köln Vorbild für Münster?

Köln könnte damit Vorreiter bei der Umsetzung der Radverkehrsnovelle von 1998 in Nordrhein-Westfalen werden, denn obwohl die Regelungen bereits seit beinahe zwanzig Jahren gelten, haben bisher nur wenige Kommunen die Regelungen entsprechend umgesetzt. Insbesonders bei den Verwaltungen größerer Städte stößt die Umsetzung der Radverkehrsnovelle trotz zahlreicher, eindeutiger Urteile zu Gunsten der klagenden Fahrradfahrer auf erheblichen Widerstand. Ausgerechnet die Fahrradhochburg Münster geht dabei als Negativbeispiel voran und zwing Radfahrer auf unzureichende Seitenraumwege und riskiert damit die Gesundheit der radfahrenden Bevölkerung.

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