Wenn die Polizei zwitschert…

Einem Kollegen vom Bakfietsblog ist heute Morgen oder gestern Abend aufgefallen, dass es da so eine kleine Diskrepanz bei den Dingen gibt, welche so von der Polizei Münster getwittert werden. Findige Dosentreiber finden unter dem Twitter-Account des münsterschen Team Blau nämlich immer genaue Hinweise, wo man besser gerade nicht zu stark auf’s Gaspedal treten sollte, weil die Polizei dort Geschwindigkeitskontrollen durchführt.

Ich habe mir das einmal näher angesehen. In gründlicher, stundenlanger Recherche und statistischer Kleinarbeit entstand folgende aussagekräftige Infografik:

PolizeiMS

5 Kommentare zu “Wenn die Polizei zwitschert…

  1. Bernd

    Wieso für Sicherheit sorgen, wenn man doch so trefflich für statistisch unwichtigen Quatsch abzocken kann. Findet auch die Fahrradstaffel Berlin Mitte.

  2. Bebbi

    Bußgelder im Verkehr sind keine Abzocke, erst recht nicht, wenn man sich die Höhe anschaut. Die Regeln kann jeder vorher wissen. Ich ticke doch nicht wie so ein Kampfautomobilist

  3. Bernd

    Das einzelne Verwarngeld ist vielleicht keine Abzocke, aber:

    Konzentriert man seine, angeblich viel zu geringen Ressourcen, statt auf gefährliche und statistisch relevante Probleme auf leicht nachzuweisende Nebensächlichkeiten, nenne ich das Abzocke.
    In der realen Welt wird angegangen was leicht zu bestrafen ist. Die großen Gefahren werden links liegen gelassen, und als Begründung werden ein Mangel an Personal und schwierige Beweisführung vorgeschoben.
    Die Kampagnen a la „Ordnungspartnerschaft“ in Münster produzieren zwar schön hohe Lichtquoten, aber keine messbare Sicherheit. Dies ist auch nahezu unmöglich, wenn man sich auf Delikte konzentriert, die im Bereich von einem Prozent zum Unfallgeschehen beitragen. Das gilt für Lichtmängel wie für Rotlichtmissachtung durch Rad fahrende.
    Z.B. falsches Abbiegen und nahes Überholen durch Kraftfahrzeuge werden in MS wie auch B völlig außer Acht gelassen, obwohl sie statistisch auf der Fahrbahn bzw. auf den Radwegen eine Hauptrolle spielen. Noch dazu sind die vorgenannten Ordnungswidrigkeiten vor allem mit Selbst-Gefährdung verbunden, die letzteren fast ausschließlich mit Fremd-Gefährdung.
    Das einzige, was z.B. in MS eine Rolle spielt und auch verfolgt wird, ist das fahren auf der falschen Seite. Gleichzeitig werden aber keine baulichen Maßnahmen getroffen um dies zu ändern. Die Kreuzung Ring und Einsteinstraße wurde Jahrelang regelmäßig kontrolliert und abgezettelt bis dann doch ein Zweirichtungsradweg geschaffen wurde. Dies geschieht, obwohl man weiß, dass legales und illegales linksseitiges Fahren deutlich erhöhte Unfallhäufigkeiten aufweisen.

  4. Bebbi

    Jemandem durch unlautere Methoden Geld aus der Tasche ziehen, aus reiner Geldgier.

    (Quelle: http://www.mundmische.de/bedeutung/3211-Abzocke)

    Allein wenn Geldgier das motiv wäre, gäbe es einträglichere Sachen.

    Ich bin einfach dafür Dinge beim Namen zu nennen. Die Schwerpunkte der allgemeinen Verkehrskontrollen sind wohl eher ein falsches Ermessen. Wenn man die Dinge falsch benennt, macht man es dem Kritisierten nur unnötig einfach.

  5. Bernd

    Die Währung für die Person, die Ordnungswidrigkeiten anzeigt, ist zunächst nicht das Geld, sondern eine Art Arbeitsnachweis. Die daraus resultierenden Beurteilungen können durchaus finanziell wichtig werden, wenn es um Beförderungen geht. Es ist Gleichzeitig das Fehlverhalten der einzelnen Polizistinnen und Polizisten, als auch die falsche Prioritäten- und Anreizsetzung der Führung der Ordnungsbehörden. Trotz jahrelanger Datenerhebung ist keine Besserung in Sicht. Jede/r Beamte hat die Freiheit, die Prioritäten richtig zu setzen, das kann später jedoch die Karriere negativ beeinflussen. Hier wird vielen Leuten Geld und Zeit genommen, ohne die Gegenleistung, also Sicherheit im öffentlichen Raum herzustellen und zu wahren, zu erbringen.
    Das Motiv lässt sich also vereinfachen: Aus eigennützigen Gründen wird Leuten Geld für ungefährliche Verstöße abgenommen, gefährliche Verstöße werden zugleich vernachlässigt, weil erstere leichter zu gewünschter Währung führt.

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