Neu im Kino: Victim Blaming per zynischem Propagandafilm

Die Propagandaabteilung des „Ordnungsamts“ läuft anscheinend derzeit wieder zur Höchstform auf:

Unter dem Vorwand, etwas für die Verkehrssicherheit zu tun, betreiben Polizei Münster und das „Ordnungsamt“ seit mehreren Jahren die chronisch erfolglose Ordnungspartnerschaft Unfallprävention. Diese verteilt Jahr für Jahr ohne jegliche wissenschaftliche Basis Müllmann-Westen an Radfahrer, preist die Wunderwirkung von recycletem Plastikmüll gegen schwere Schädel-Hirn-Traumata und wird auch sonst nicht müde, Radfahrer bei jeder Möglichkeit mit der Täteterrolle zu labeln.

Dieses Jahr scheint es besonders ekelig zu werden:

In den WN wird ein neuer Propaganstreifen für die Kinowerbung angekündigt, der auf die besonderen Gefahren des „Toten Winkels“ hinweisen soll. Wer aber glaubt, mit dem Film sollten LKW-Fahrer dazu animiert werden, sich beim Rechtsabbiegen langsamer um die Ecke zu tasten, der irrt:

Diese Ramboradler sind selbst schuld an ihrem Unglück! Was haben die sich auch in Todesverachtung in den Rechtsabbiegevorgang der Herrenmenschen zu werfen und damit die Wirtschaft zu schädigen!

Trotz inzwischen sieben Spiegeln am Führerhaus hat der Lastwagenfahrer manchmal keine Chance, den Radler rechts neben sich zu erkennen. Und der sollte dann lieber auf seine Vorfahrt verzichten. Kräftemessen macht keinen Sinn.

Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner

Welch pervertiertem Zynismus Schulze-Werner und seine Erfüllungsgehilfen inzwischen fröhnen, wird deutlich, wenn man sich den Ort der Handlung des Streifens vergegenwärtigt: Ausgerechnet die Wolbecker Straße ist es – Deutschlands gefährlichster Radweg, an dem sich die Verkehrsplanung seit Jahren mit Händen und Füßen wehrt, die Radfahrer aus dem viel zu engen Seitenraum auf die Fahrbahn zu holen oder die Längsparkplätze für einen vernünftig dimensionierten, gut einsehbaren Radweg zu opfern. Allein innerhalb des letzten Jahres waren auf der Todespiste zwei Menschen von LKF-Fahrern totgefahren worden. Und weder die 27jährige Studentin, noch der 88jährige Rentner dürften irgendwelche Rüpelradler gewesen sein.

Victim Blaming von der Polizei hofiert

Völlig inakzeptabel ist dabei die Rolle der Polizei Münster: Eigentlich müsste die besser wissen, dass Schulze-Werner und sein „Ordnungsamt“ seit Jahren gegen ihre Verkehrssicherungspflichten verstoßen: Immerhin leisten die Beamten um Udo Weiss gute Arbeit, was die Dokumentation der Unfälle anbelangt. Blöd nur, dass anscheinend bei der Polizei niemand in der Lage ist, die eigenen Statistiken auch zu lesen und dann die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen. Stattdessen gibt sich Weiss dazu her, dem Propagandastreifen die Absolution zu erteilen und somit noch Öl ins Feuer zu gießen:

Wenn der Radfahrer nämlich eh immer schuld ist, dann braucht man als Trucker auch nicht mehr darauf aufzupassen…

Mich erinnert das irgendwie böse an rassistische Polizisten in den USA, die angeblich immer mal wieder behaupten, der „Nigger sei ihnen in die MagLight gelaufen“ und an frauenfeindliche Richter, die Vergewaltiger schon mal laufen lassen, weil der Minirock zu knapp gewesen sei.

17 Kommentare zu “Neu im Kino: Victim Blaming per zynischem Propagandafilm

  1. Bernd

    Man packt es nicht. Diese Nieten, die in Münster massenhaftes Gehwegparken hofieren, dürfen jetzt auch noch die eigenen Opfer Ihrer Unfähigkeit sichere Infrastruktur zu schaffen, verhöhnen.

  2. Christoph

    Worum sich die vermeintliche „Fahrradförderung“ dreht, wird mittlerweile ja auch außerhalb Münsters erkannt:

    http://www.radirrwege.de/2015/11/12/fahrbahn-vs-radweg-wo-wollen-wir-fahren/

    „Radwege haben den Makel, dass sie vielfach geschaffen scheinen, um PKW mehr Platz zu schaffen – und nicht, um RadfahrerInnen einen für sie adäquaten Raum zu gewähren. Ausgerechnet Deutschlands eigene Vorzeigestadt, was den Radverkehrsanteil angeht – Münster –, belegt mit einer desaströsen Unfallstatistik, dass Radwege in der hierzulande praktizierten Form nicht für die angestrebte Steigerung des Radverkehrs taugen.“

    Wer die Bevorzugung des des MIV als „Fahrradförderung“ verbrämen möchte, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als die Verantwortung abzuwälzen. Also geht es weiter nach dem alten bösen Muster:

    „Helm und leuchtende Kleidung tragen und im Zweifel besser das Rad schieben. Dann passiert schon nichts. Und wenn doch, dann finden wir sicher etwas, was der Radfahrer falsch gemacht haben könnte.“

  3. j

    Mal vom völlig falschen verkehrspolitischen Signal, das der Spot aussendet, abgesehen:

    Der Schwenk auf den Po ist auch vollkommen daneben. Schlimm genug, wenn kommerzielle Werbung sexistisch ist, von Behörden finanzierte sollte es garantiert nicht sein.

    1. Andreas

      Zum Thema Sexismus: Die Frau in dem Video wirkt doch wenigstens noch halbwegs „normal“. Der Mann hingegen ist doch eine Karikatur. Das ist mindestens ebenso sexistisch, wie der Schwenk auf den Po….

  4. Elke

    Ich erinnere mich noch, dass die Stadt nach mehreren tödlichen Unfällen unweit des Drehortes in die Kritik geraten war, weil die Radfahrer erst rechts neben die LKW gezwungen werden, und dann auch noch bei GRÜN von diesen totgefahren wurden.

    Statt so was endlich mal zu ändern sind jetzt die Radfahrerinnen schuld?

    Wer hat eigentlich diesen Streifen finanziert?
    Eine Speditionsfirma oder ein LKW-Hersteller?
    Und was ist überhaupt die Botschaft?
    Fahrt lieber bei Rot, weil ihr bei Grün vom LKW totgefahren werdet?
    Fahrt lieber Auto statt so ein gefährliches Fahrrad zu benutzen?
    Fahrt nicht auf dem Radweg, weil ihr sonst totgefahren werden?
    Und warum bedient ein Film über Verkehrssicherheit alte sexistische Klischees?
    Dümmliches „Bauarbeiter-Pfeifen“ hinter einer Frau her, und dann glotzt die subektive Kamera ausgiebig auf der Po der Radfahrerin?
    Was soll denn das?
    Will der Film damit suggerieren, dass die im Frühjahr getötete Radfahrerin einem knackigen Studenten hinterhergeglotzt hat?
    Oder soll ein solches Verhalten dem Rentner untergejubelt werden, der auf der gleichen Strasse vom LKW auf dem Radweg bei Grün totgefahren wurde?
    Darf eine Stadt mit einem Film vor großer Öffentlichkeit in den Kinos einer unschuldig tödlich verünglückten Radfahrerin posthum die Schuld in die Schuhe schieben?

    Fragen über Fragen.
    Ich denke die Stadt täte gut daran den Streifen schnellstmöglich nebst ausgiebiger Entschuldigung aus dem Verkehr zu ziehen.

    Ausserdem:
    in Münster sind ja auch viele alte Leute auf dem Rad unterwegs. Ich finde das gut, aber was sollen die denn nach Meinung der Stadt an sochen Ampeln machen?
    Die hören oft nicht mehr gut genug, um den LKW zu erahnen, und sind nicht mehr gelenkig genug, um während der Fahrt einen Schulterblick auf schmalem Radweg direkt vor einer stressigen Kreuzung zu machen, zumal da ggf. noch andere Radfahrer auf dem Radweg fahren oder überholen.
    Die sind wirklich darauf angewiesen, dass GRÜN auch bedeutet, dass man sicher über die Kreuzung kommt.
    DARUM sollte die Stadt sich mal kümmern, statt Geld für so ein blödes sexistisches Anti-Fahrradfahrer Video auszugeben.

  5. Bernd

    Eine schöne Zusammenfassung.

    Der Ansatz, den Opfern einer fahrlässigen bis böswilligen Stadt- und Verkehrsplanung die Schuld in die Schuhe zu schieben hat nun in Münster seit 8 Jahren den Namen „Ordnungspartnerschaft“.

    Mangels Bereitschaft wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, wird ohne Aussicht auf Besserung an den bekannten Mustern festgehalten.

    Verbände und Vereine mit einem Funken Anstand sollten dies zum Anlass nehmen, diesen Machenschaften ihre Unterstützung zu entziehen.
    Bei den Behörden hilft leider nichts außerhalb des Rechtsweges. In Köln demonstriert die Verwaltung z.B. auch, wie man sich politischen Beschlüssen nachhaltig widersetzt. Beide großen Parteien in MS sind aktuell hoffnungslos. Politische Einsicht darf man auch kaum erhoffen, wenn der Ordnungsstadtdirektor Rettungszeiten gegen Tempo 30 anführt und sein Ordnungsamtsleiter Kraftverkehrsopfer öffentlich verhöhnt und massenhaftes Gehwegparken in Münster zulässt.

  6. Hein Bloed

    Wenn ich ein angehöriger der Opfer wäre, würde ich die beteiligten Personen in der Presse unter Feuer nehmen. Unerträglich, wie den Opfern hier noch posthum die Schuld zugeschoben wird.

    Ein LKW-Verbot in der Innenstadt kommt den Verantwortlichen offenbar überhaupt nicht in den Sinn.

    Jede andere Technologie, die unausgesetzt Todesopfer fordert, würde sofort verboten oder stark reglementiert. Die LKW-Lobby sorgt schon dafür, dass das nicht passiert und das Assistenzsysteme für LKW auch nicht Pflicht werden. Wobei zwei Drittel aller Abbiegeunfälle durch Assistenzsysteme und ein neues Führerhausdesign verhindert werden könnten.

    Aber die Ursache des Problems will man ja nicht bekämpfen – lieber den Todesopfern die Schuld zuschieben.

  7. detlef rehbock

    geht ja wohl gar nicht. jederzeit mit dem fehlverhalten von auto bzw. lkw fahrern rechnen um zu überleben? ist das die botschaft? hier wird ja wohl der radfahrer als nicht existenter verkehrsteilnehmer oder als teilnehmer dritter klasse gezeigt. unglaublich. da kann man sich ja nur aufregen.

    lass dich bloß nicht von diesen ignoranten behördenfuzzis unterkriegen.

  8. Andreas

    Aus der Ferne betrachtet: Ich kann nicht erkennen, wo das Video eine Schuldzuschreibung enthält. Gezeigt wird das grundsätzliche Problem: LKW-Fahrer*Innen sind in der Stadt „blind“ unterwegs und Fahrradfahrer*Innnen sind die potentiellen Opfer und werden im Zweifel auch bei „Grün“ übergemangelt. Als Ursache dafür wird in dem Video der „Tote Winkel“ benannt.

    Lösungsmöglichkeiten für das Problem zeigt das Video hingegen nicht. Sich aufmerksam im Strassenverkehr zu verhalten, ist eine grundsätzliche Anforderung an alle Verkehrsteilnehmer*Innen und damit eigentlich eine Banalität. Deshalb können sich kritische Geister durch das Video durchaus dazu angeregt fühlen, darüber nachzudenken, wie man Fahrradfahrer*Innen und Fußgänger*Innenn ein sichereres Überqueren der Fahrbahn ermöglichen kann und welche weiteren Massnahmen dafür nötig sind.

    Ich bin mir sicher, daß auch LKW-Fahrer*Innen wesentlich entspannter in der Stadt unterwegs wären, wenn sie bem Abbiegen nicht ständig mit der Angst leben müssten, jemanden zu überfahren. Es macht also gar keinen Sinn an dieser Stelle Fronten aufzumachen; denn auch die Fahrer*Innen der LKW’s sind – genau wie die Fahradfaher*Innen – dem aktuellen Status Quo relativ hilflos ausgeliefert.

    1. Rasmus Richter Autor des Beitrags

      Du machst Gendersternchen und verstehst das nicht? *SCNR* 😉 Das wird nicht so ganz deutlich, wenn man das Video singulär betrachtet. Die Unfallpartnerschaft Verkehrsordnungsprävention hat generell über die Jahre ihrer Existenz hinweg einen deutlichen Hang bewiesen, Radfahrer als (Mit-)Täter zu labeln und setzt derzeit ausschließlich auf Maßnahmen, die dieses Labelling weiter verstärken (Wahnwesten, Helmpropaganda und eben dieses Video). Radfahrer kommen als Opfer quasi im gesamten Webauftritt nicht vor. Und um noch einmal drauf hinzuweisen: Das Video wurde an der Wolbecker Straße gedreht – dort waren im vergangenen Jahr zwei Radfahrer und eine Radfahrerin von LKW überfahren – zwei der Opfer sind tot. In dem Video wird eine solche Situation als Naturgewalt dargestellt, vor der sich Radlinge zu achten haben. Auf die Täterschaft des LKW-Fahrers wird gar nicht eingegangen – und auch nicht auf die existenten technischen Lösungen von Abbiegeassistenten bis zu „runter vom Radweg“.

      1. Andreas

        Ich habe mit meinem Kommentar lediglich darauf hinweisen wollen, daß man das Video ganz offensichlich mit unterschiedlichen Augen sehen kann und daß es aus meiner Sicht keine einfachen Schuldzuweisungen für die hier dargestellte Situation gibt. Wenn für Dich aber das Wichtigste ist, daß die „Täterschaft des LKW-Fahrers“ und die Opferrolle der „Radlinge“ dargestellt werden, reden wir vermutlich aneinander vorbei.

        Ich finde es bestimmt genauso schrecklich wie Du, daß zwei Menschen ihr Leben gelassen haben. Und es besonders traurig, wenn man weiß, daß ihr Tod vermutlich vermeidbar gewesen wäre. Und natürlich erscheint es zynisch, wenn quasi als einzige Reaktion darauf ein solcher Spot produziert wird. Aber wenn das Video dazu beiträgt, auch nur einen weiteren tödlichen Unfall zu vermeiden, dann hat es in meinen Augen aller Skepsis zum Trotz seine Berechtigung.

        Und sollte der Spot darüber hinaus, so wie ich es für möglich halte, auch noch dazu angetan sein, daß sich noch ein paar mehr Menschen darüber Gedanken machen, wie gefährlich z.B. der tote Winkel ist und sich anfangen zu fragen, wie man solche Gefahren grundsätzlich aus der Welt schaffen könnte, wäre das natürlich noch viel besser; denn diese Menschen landen vielleicht genau deshalb irgendwann auf Deinem Blog, um sich auch kritisch informieren zu lassen. Und das wäre doch schön, oder nicht?

        (Ganz ohne Gendersternchen: Vielleicht hilft das dem Verständnis.)

        1. J

          Nicht vergessen: das Video wird nicht nur von Radfahrern, sondern auch von motorisierten Verkehrsteilnehmern = hauptsächlich Autofahrern gesehen. Es zeigt: Radfahrer halten trotz grüner Ampel. Sie sind es, die auf ihr Verhalten achten müssen.
          Das Signal an andere Verkehrsteilnehmer ist: Fahr einfach, die Radfahrer müssen schließlich aufpassen. Und dieses Signal ist fatal, denn es zementiert das Bild von denjenigen, die schon heute rabiater unterwegs sind. Es gibt genug Autofahrer, die meinen in einer ähnlichen Situation wie LKWs zu sein, weil sie meinen, ebenfalls tote Winkel zu haben.
          Eine 2 Sekunden lange Szene mit dem LKW-Fahrer hätte das Gesamtbild geändert, aber die gibt es nicht und deshalb ist der Spot völlig zu recht so mies bei YouTube bewertet.

    2. berlinradler

      Also ich empfinde das Video nicht als ausgewogen. Die Radfahrer werden einerseits wie Idioten dargestellt und andererseits wird ihnen die Schuld an der Gefahrensituation gegeben. Nicht verbal, aber das Video spricht für sich.

      Dass sich der Lkw von hinten nähert, die Radfahrer also sehen muss und dennoch um die Ecke fährt, ist eine der besonders krassen Situationen, die ich so bisher glücklicherweise nur mit Pkw wahrgenommen und immer vorgeahnt habe.

      Die Radfahrer in dem Video machen, wenn man von dieser lächerlichen Gitarre mal absieht, nichts falsch. Sie fahren auf dem „Radweg“, wollen bei grün über die Kreuzung und leiten eine Notbremsung ein, als jemand die Regeln missachtet. Der unterschwellige Vorwurf in dem Video ist umso verwunderlicher.

      Hat eigentlich irgendjemand mal eine Antwort auf das Kontaktformular bei der Ordnungspartnerschaft bekommen? Ich habe u.a. gefragt, ob die Polizei, die ja über die Partnerschaft an dem Video beteiligt ist, die Radfahrer für ihr „Fehlverhalten“ sanktionieren würde.

  9. Pingback: Wolbecker Straße: Gesammelte Ergüsse von deutschlands fahrradfeindlichster Kommune | Radhelmfakten

  10. Münster-Radler

    Wenn der Minirock wirklich zu knapp war, dann war eine evtl. Vergewaltigung m. M. n. moralisch gerechtfertigt. (Rechtlich sieht das leider noch anders aus. Aber wir Philosophen sind genau dafür da, solche moralischen und ethischen Fragen zu stellen, überdenken und ggf. auch zu klären – damit das Recht richtig zurechtgerückt wird.)
    Das könnte und müsste man zwar noch näher begründen, würde jetzt aber vom eigentlichen Thema ablenken. Daher hätten Sie sich Ihren letzten Satz lieber sparen sollen, Herr Richter, wir müssen doch echt keine neuen zu weiten Felder eröffnen, um das vorangegangene Thema fälschlicherweise als abgehakt erklärt verstanden zu wissen.

    Dass von der Kampagne „Sicher durch Münster“ nur Mist kommen konnte, war irgendwie klar.
    Das heißt jedoch nicht, dass ich Ihnen zustimmen würde.
    Es hat schon seinen guten Grund, dass ein Gericht Ihnen klargestellt hat, dass Sie auf der Wolbecker Str. nicht auf der Autospur fahren dürfen. Denn die dortigen Radwege sind sehr sicher und eine Ausnahme von der Benutzungspflicht für Radwege kommt auch dort nicht in Betracht, weil die Kfz-Fahrbahn viel gefährlicher ist.
    Ich kenne die Straße von Anfang bis Ende, bin jeden (!) Meter dieser Straße schon mit dem Fahrrad gefahren, von ihrem Beginn in Nähe des Hbf in Münster, vorbei an Wolbeck, bis nach oder vorbei an Everswinkel (je nach Fahrt), bis nach Freckenhorst, wo sie endet (na ja, geht weiter an dieser kleinen Kreuzung, Richtung Westkirchen – aber die L-Nummer ändert sich dort). Selbstverständlich kenne ich auch die Stellen in Münster, vom Servatiiplatz über den Bremer Platz und an der Margaretenkirche vorbei über die Mondstraße bis zum Freibad Stapelskotten.
    Eine gefährliche Stelle existiert hier nicht, nirgends, es wird höchstens hier und da vielleicht mal ein bisschen eng, das ist aber auch alles.

    Ich widerspreche Ihnen, weil:
    – Radwege sehr sicher sind
    – es entgegen vieler Behauptungen keine Beweise oder Indizien gibt, die das widerlegen würden

    Ich teile nicht die Meinung der Beteiligten des hier gezeigten Videos, weil:
    – unterstellt wird, dass LKW-Fahrzeuge einen toten Winkel hätten, der in der Realität aber gar nicht existiert (das Märchen vom „toten Winkel“ ist eben ein Märchen und wäre bei den Geschichten der Gebrüder Grimm besser aufgehoben als in einer Stadtverwaltung, die solchen Unsinn ungeprüft glaubt)
    – unterstellt wird, dass rechtsabbiegende LKW-Fahrzeuge eine Gefahr für Fahrrad Fahrende wären, was sie zumindest in Münster nicht sind und wobei auch die Wolbecker Straße keine Ausnahme dazu darstellt. Berufskraftfahrer sind bestens ausgebildet und halten in solchen Situationen an, weil Sie wissen, dass sie das machen müssen.

    Ihre Idee, die Parkstreifen (und vll. auch das erlaubte Fahrbahnrandparken an vielen übrigen Stellen der Wolbecker Str.) in breitere Radwege umzuwandeln, teile ich dennoch.
    Als Pkw-Fahrer nervt es, dauernd entscheiden zu müssen, ob man jetzt fahren kann oder nicht, ob die Lücke breit genug ist, um sich zwischen Parker und Gegenverkehr zu quetschen oder nicht, und hinter einem hupt’s schon heftig. (ist lange her, aber die Erinnerung ist da)
    Als Radfahrer kann man zwar mit der Situation, wie sie jetzt ist, ganz gut leben, aber ein bisschen ärgerlich ist es doch, und ein bisschen breitere Radwege wären schon schön.

    Mit freundlichstem Gruß aus Münster,
    der Münster- und Münsterland-Radfahrer
    (MR/MLR)

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