Kanalverbreiterung: WSA Rheine liefert mustergültiges Provisorium

Nachdem im Zuge der Kanalverbreiterung vor knappen zwei Jahren bereits die Schillerstraßenbrücke über den Dortmund-Ems-Kanal (DEK) ersetzt wurde, nimmt sich das Wasser- und Schiffahrtsamt Rheine (WSA) seit Anfang des Jahres die nächste Brücke vor. Diesmal ist die Überführung an der Manfred-von-Richthofen-Straße dran, die Laerer Landweg-Brücke.

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Hatte das vorletztjährige Provisorium zum Ersatz der Schillerstraßenbrücke noch ein paar Schwachstellen. was vor allem ein Befahrverbot im Winter betraf, stellt das WSA Rheine als zuständige Behörde diesmal eine mustergültige Behelfsbrücke auf. Die Rampen sind etwas kompakter geworden und deren Oberfläche deutlich rauher, sodass im Winter eigentlich keine Probleme mehr auftreten dürften. Die Brückenfahrbahn ist nachts beleuchtet, die Drängelgitter an den Rampenenden diagonal aufgestellt, sodass man dort mit Rolli oder Lastenrad noch ordentlich durchkommt, aber gleichzeitig beispielsweise ein ungebremster Kinderwagen nicht ungehindert in den Kanal rollen kann. Fußgänger erreichen die Brücke alternativ zu den langen Rampen über deutlich kürzere Wendeltreppen.

Bereits, dass das WSA Rheine an dieser Stelle überhaupt eine Behelfsbrücke in dieser Ausführung hat aufstellen lassen, zeigt eine große Wertschätzung der Behörde gegenüber den Bedürfnissen nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer. Während ein Behelf während des Austauschs Schillerstraßenbrücke als südlichster Kanalquerung vor der Einmündung des münsterschen Stadthafens unumgänglich war, liegen die nächsten Querungsmöglichkeiten im Falle der Laerer Landweg-Brücke nur jeweils ein paar hundert Meter kanalab- und aufwärts bereits in Sichtweite. Für Fußgänger und Rollstuhlfahrer sind das schon ziemliche Umwege, mit dem Fahrrad aber eigentlich nicht wirklich problematisch.

Es ist bezeichnend, dass bei einer hochkomplexen Baumasnahme mit dem WSA Rheine ausgerechnet eine Behörde mit einer sinnvollen und fahrradfreundlichen Alternativlösung auftrumpft, die als Bundesbehörde in Münster lediglich mit einer Zweigstelle vertreten ist. Damit ist das WSA Rheine eben nicht in den typischen münsterschen (Fehl-)Planungsklüngel aus Stadtverwaltung, örtlicher Polizei, Stadtverwaltung und Politik verwoben. Es ist zweifelhaft, ob die münsterschen Hausbehörden in ähnlichen Fällen überhaut die Notwendigkeit einer Alternative erkannt hätten – bei alltäglichen Straßenbauarbeiten scheitern sie daran jedenfalls regelmässig.

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