Stadtwerke Münster: Lizenz zum Pöbeln

Neben ahnungslosen Polizisten und dilettantischen Verkehrsplanern scheint es nach Auffassung der Stadtwerke Münster noch ausreichend Platz für zusätzliche Hilfssherifs im münsterschen Stadtverkehr zu geben. Rein zufällig verfügt man dafür auch über bestens ausgebildete Fachkräfte: Die eigenen Busfahrer.

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Aber von Anfang an:

Vor etwa einem Monat war ich nach der Arbeit auf dem Heimweg vom Büro in der Schorlemerstraße Richtung Hauptbahnhof. Im direkten Umfeld des Haupbahnhofs reiht sich derzeit Baustelle an Baustelle. Bauherr in den meisten Fällen: Die Stadtwerke Münster.

In Sachen Baustellenabsicherung sind die Stadtwerke Münster völlig schmerzfrei unterwegs: Radfahrer und Fußgänger werden bedenkenlos in viel zu schmale, knochenbrechende Seitenraumghettos geschickt, damit die Herrenreiter in ihren Blechdosen freie Bahn bis auf den Prinzipalmarkt behalten. Dreijährige zeigen auf ’nem Verkehrsteppich mehr Verantwortungsbewußtsein, als Münsters wichtigstes Energie- und Transportunternehmen im Bezug auf Weichziele.

Als sicherheitsbewußter Radfahrer weiche ich in solchen Situationen selbstverständlich auf die Fahrbahn aus – auch wenn das manchen Verkehrsfaschisten und Hilfspolizisten in Busfahreruniform nicht passt. In meinem Fall war es die Fahrerin der Linie 10, die mich klingelnd und wild gestikulierend auf den Stummelradweg vor Burger King am Hauptbahnhof verfrachten wollte – den ich wohlweißlich seit einigen Wochen meide, weil dort regelmäßig Lieferverkehr parkt, gebaut wird und den an genau diesem Tag wegen einer weiteren kleinen Baustelle vor dem Parkhaus Engelenschanze überhaupt nicht anfahren konnte. Zudem halte ich mich nur äußerst ungern im Toten Winkel von Niederflur-Gelenkbussen auf, auch wenn Brilux die entsprechende Todeskreuzung mit einem Trixi-Spiegel bedacht hat.

Ich schrieb daraufhin der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster einen ausführlichen Brief, dass ein solches Reviergehabe einer Busfahrerin gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern absolut indiskutabel ist. Die Fahrerin gab den Sachverhalt gegenüber ihrem Arbeitgeber zu. Und der reagierte absolut unprofessionell, was mich hochgradig wütend macht:

Antwort der Stadtwerke Münster

Die Geschäftsführung der Stadtwerke Müster duldet es anscheinend, wenn ihre Mitarbeiter in maßregelnder Absicht schwächere Verkehrsteilnehmer bepöbeln.

Wir können in diesem Fall kein Fehlverhalten der Busfahrerin erkennen, da sie das, was wir in regelmäßigen Schulungen vermitteln, umgesetzt hat: die partnerschaftliche Fürsorge nicht nur für unsere Fahrgäste, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Ja ne, ist klar, liebe Stadtwerke. Erst die ohnehin schon völlig unzureichenden münsterschen Radverkehrsanlagen in einen Bikepark verwandeln, aber dann die Nigger von der Piste bimmeln, die sich diesen diskriminierenden Schrott nicht mehr bieten lassen – und natürlich alles zur Sicherheit der Radfahrer…

Mit Verlaub gesagt:

Leckt meine Kette, liebe Automachos.

 

 

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